Craniosacrale Osteopathie

Während der Geburt brauchen wir die Beweglichkeit der Schädelknochen um durch den Geburtskanal zu kommen. Dabei geht eine mögliche Verformung nach der Geburt meist schnell zurück. Doch obwohl einige Gelenke im Kopf immer gelenkartig bleiben (Kiefergelenk), verknöchern die diversen Schädelplatten im Verlauf der Jahre, und die Suturen (Schädelnähte) und Fontanellen schließen sich.
Moderne Studien unterstützen aber, was Osteopathen schon länger beobachtet haben: sie bewahren auch langfristig eine Microbeweglichkeit (μm) durch die eine gewisse Nachgiebigkeit der Schädelstruktur entsteht, wodurch Stöße einigermaßen elastisch aufgenommen werden und die verschiedenen Druckschwankungen, die im Kopf passieren, spürbar werden. 

Hier kommt die Wichtigkeit der Rolle des Liquor cerebrospinalis. Dessen Fluktuationsbewegung breitet sich im ganzen Körper durch das Rückenmark aus, und ist vor allem im Kopf und im Kreuzbein (das Sacrum) bemerkbar. Es ergibt sich dadurch die einzige aktive Beweglichkeit im Schädel, die durch festgelegte Richtungen und Drehachsen den Puls nachgibt. Wenn eine Sutur blockiert ist kommt es zu funktionellen Störungen. Der Bänderapparat zwischen den Schädelknochen ist sehr intensiv mit Propriozeptoren versehrt, wodurch kleinste Spannungen/Druckaufbau starke Schmerzen auslösen können.

Die Craniosacrale-Beziehung entsteht durch die meningealen Membranen, die das Nervensystem einhüllt.

Im Schädel befinden sich die Sinnesorgane, welche Information über die räumliche Wahrnehmung, Körperhaltung und Gleichgewicht über Augen und Gehör, liefern.

Folgen von Haltungsveränderungen, Stürze, Schädeltrauma, muskuläre Gleichgewichtsstörungen unter anderem, können kraniale Nerven, Arterien und andere Gewebe, auf ihrem Weg durch die Schädelöffnungen oder im Schädel selber, beeinflussen. Dadurch können Neuralgien, Kopfschmerzen, Sehschwierigkeiten, Konzentrationsstörungen, Hörprobleme (etwa wie Tinnitus), Schwindel, Migräne, Schlafstörungen, Störungen von Drüsenfunktionen, und manchmal sogar durch das neurovegetative System  Verdauungs-, Atmungs- oder vaskuläre Veränderungen hervorgerufen werden.

Ein weitere, sehr wichtige Verbindung des Cranialen-Systems ist durch die HWS (Atlantooccipitalis-Gelenk, suboccipitale Muskulatur und Bindegewebestrukturen) mit dem Bewegungsapparat. So kommt es, dass Haltungsprobleme durch Arbeit oder sogar ein kürzeres Bein zu haben, Symptome im craniosacralen System hervorrufen, sowie Fehlstellungen in diesem z.B. eine Skoliose in der Wirbelsäule beeinflussen können.

Mit den sanften Techniken der Osteopathie werden diese Störungen aufgehoben, um den sensiblen Strukturen, die in unserem Schädel verweilen, eine physiologische und gesunde Funktionalität zu garantieren.

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