Was gibt es da für Therapiemöglichkeiten?

Die Faszientherapie ist eine Kombination aus einer Vielfalt an vorwiegend manuellen Techniken, Übungen und Dehnungen, die dazu dienen, die Störungen der Faszienstrukturen zu beheben und diese anatomisch zu korrigieren. Die Faszien werden durch die Therapie angeregt, ihre Aktivität zu steigern, mehr Flüssigkeit zu produzieren und sich neu zu organisieren. Durch äußere Stimulierung der Faszien kann auch der Wassergehalt im Bindegewebe wieder steigen. Die Behandlung dient natürlich auch der Stärkung der Faszien, wodurch der Therapieeffekt sehr nachhaltig wird.

Faszienbehandlung ist ein relativ junges Forschungsgebiet, es werden aber im Rahmen der osteopathischen Behandlung, schon seit sehr langer Zeit Faszientechniken in allen Bereichen verwendet (insbesondere in der Viszeralen). Seit einiger Zeit, bieten auch Physiotherapeuten gezielte Faszientherapien an, wodurch sich erklären lässt, dass viele der Methoden von Osteopathen und Physiotherapeuten entwickelt worden sind. Hier spricht die Verbindung Physiotherapeutin und Osteopathin für eine sehr umfangreiche Therapie, da Behandlungsarten sehr verschieden und vielfältig sind: 

  • Fasziales Stretching: mit bestimmten Dehnübungen können wir die Faszienketten dehnen. Dabei kann es sich um klassische Dehnungsübungen, sowie federnde Bewegungsübungen, drehen. Diese letzteren, sind sehr bedeutend für die Elastizität der Faszien, die sehr wichtig bei sprunghaften Bewegungen ist.
  • Übungen: bestimmte Bewegungsabläufe lösen Verklebungen und ziehen die Fasern der Faszien in eine geordnete Richtung, womit Faszien flexibler und beweglicher werden. Sehr vorteilhaft sind federnde und dynamische Bewegungen, aber bei diesen Übungen spielt auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers eine wichtige Rolle. Der Vorteil der Übungen ist, das man sie auch zuhause durchführen kann:
  1. GDS: die Physiotherapeutin und Osteopathin Godelieve Denys-Struyf entwickelte dieses Konzept als globale physiotherapeutische Methode des Zusammenspiels der Muskelgruppen und Gelenke, wo Körperfunktion und seine unzertrennliche Verbindung zum physiologischen Verhalten integriert werden.
  2. RPG: diese innovative Methode zur Korrektur der Haltung von Physiotherapeut Philippe E. Souchard, basiert auf progressivem Lernen der menschlichen Biomechanik und motorischer Koordination was zur Haltungs-Umerziehung und neuromuskuloskelettalen Rehabilitation angewandt wird.
  3. Pilates: erfahren sie mehr unter therapeutisches Pilates
  • Weichteil- oder Fascial Release Techniken: Triggerpunkt Bearbeitung, bestimmte Handgriffe mit Druck oder Zug. Manche dieser Techniken stammen aus bestimmten Methoden:
  1. Faszien-Distorsions-Modell (FDM): gegründet vom amerikanischem Osteopathen Stephen Typaldos. Er erkannte Verformungen in den Faszien, die zu verschiedenen Beschwerden führen können, von denen er sechs charakteristische Arten beschrieb (Triggerband, Kontinuumsdistorsion, hernierter Triggerpunkt, Zylinderdistorsion, Faltdistorsion und tektonische Fixation), die jeweils mit Hilfe spezieller Techniken behandelt werden. 
  2. Rolfing: entwickelt von der amerikanischen Biochemikerin Ida Rolf. Diese Bindegewebsmassage basiert auf gezielten und langsamen Druck, und wird als strukturelle Integration bezeichnet. Sie meinte, dass sich Faszien verformen oder verschieben können, woraufhin der Bewegungsapparat sich stärker anstrengen muss, um das auszugleichen.
  3. Myofasziale Induction: ist ein therapeutisches Konzept der Evaluation und Behandlung des faszialen Systems, wo drei-dimensionale Bewegungen mit anhaltender Kraft (Druck oder Traktion) auf das Gewebe ausgeübt werden, um Störungen zu beheben und dessen Funktionalität wiederherzustellen. Dieses Konzept basiert auf der Erleichterung der Bewegung, aus dem eine Stoffwechselreaktion des Gewebes entsteht und eine physiologische Antwort zur optimalen homöostatischen Balanceeinstellung erzeugt, wodurch die extrazelluläre Matrix remodelliert wird.
  4. Fascial Creep oder Myofascial Release: das “creeping” kombiniert verschiedene physische Mittel die auf der Faszie wirken: Druck, Spannung, Reibung (Temperatur), Thixotropie und Zeit. Mit diesen Mitteln werden Reflexbögen auf den Nervenrezeptoren, die überreaktiv sind, erzeugt, wodurch auch ein neurologischer Effekt entsteht.
  5. Myofasziale Entspannung nach Robert Ward: verwendet die Prinzipien der Weichgewebespannung und Nervenreflexmodifikationen durch Stimulation von Mechanorezeptoren in der Faszie. Die Techniken können passiv oder aktiv, direkt oder indirekt angewendet werden. Es werden Systeme beachtet wie der Bewegungsapparat, das Nervensystem, das Endokrine-System und das Immunsystem (in Verbindung mit Stress). Die Veränderung im Fasziengewebe wird schichtweise bis zur Tiefe gesucht durch Dehnung, Traktion, Torsion, Kompression, Verlängerung, Scheren und Bewegung von Verwachsungen. Die Anwendung dieser Kräfte erlaubt es, die Behandlung auf bestimmte Ebenen zu konzentrieren. Durch die Wärmeerzeugung und die erhöhte Durchblutung kann der Körper sich verbessern. Normalerweise wird die Therapie mit Übungen für zuhause verbunden, wo verkürzte Muskeln gedehnt und schwache Muskeln gestärkt werden.
  • Andere Faszienbehandlungen:
    1. Faszienrolle oder Bälle zum Selbstmassieren: Wie und wo man massieren sollte muss aber gewissenhaft und gezielt geschehen.
    2. Kinesiotaping: das Auftragen des Verbandes auf der Haut arbeitet gezielt auf dem Fasziengewebe das darunter liegt. Erfahren sie mehr unter Taping
    3. Schröpfen: dies ist ein sehr altes Heilverfahren, wobei Schröpfgläser mit Unterdruck auf die Haut gesetzt werden, wodurch der Bereich verstärkt durchblutet wird. Der hervorgehobene therapeutische Effekt ist die langfristig verbesserte Durchblutung der Stelle, wodurch lokal der Stoffwechsel und der Lymphfluss verbessert werden.

Dadurch wird das Gewebe geschmeidiger und durchlässiger, womit Bewegungen einfacher und schmerzfrei werden. Bewegungen verlaufen so idealerweise geschmeidiger und schädigende, schmerzauslösende Bewegungsabläufe verschwinden.

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